Flexibel Wohnen

Durch den demografischen Wandel ist das denken „Wir bauen für unsere Kinder“ veraltet. Schnell ziehen die Kinder aus und das Eigenheim wird zur Belastung für alle. 

Auch der Wohnungsbau orientiert sich immer noch an der klassischen deutschen Kleinfamilie mit ein bis zwei Kinder. Dabei werden bereits heute rund 40 Prozent aller innerstädtischen Wohnungen von Alleinstehenden bewohnt. Das heißt aber nicht, dass wir Häuser bauen sollen, die möglichst billig sind und eine geringe Lebensdauer haben.

Die Idealwohnung der Zukunft, muss in der Lage sein, für jeden Altersabschnitt nutzbar zu sein. Sie wird über flexible Grundrisse verfügen, sodass ihre Bewohner mit ihr wachsen und altern können.

Nicht nur in der Zukunft, auch in der Vergangenheit wurde schon auf ein hohes Maß an Flexibilität geachtet. Zum Beispiel die gleichmäßig angeordneten, von 3 Seiten begehbaren Räume in Gründerzeithäusern. Sie bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten und zielen nicht nur auf die Bedürfnisse von Kleinfamilie ab.

In Japan hat die Zukunft des Wohnens schon begonnen. Der japanische Architekt Sou Fujimoto zeigt mit seinen Entwürfen eindrucksvoll die Möglichkeiten des flexiblen Wohnens. Wie zufällig verschachtelt, stapeln sich die Räume übereinander, dabei scheint Innen- und Außen zu verschmelzen. Die Räume können jeden Tag neu erfunden werden, mal sind sie verschlossen und privat und mal zeigen sie alles. Durch die hohe Flexibilität passen sie sich die Häuser den Bedürfnissen der Bewohner an und sind so auch noch für die nächsten Generationen nutzbar.

https://www.awmagazin.de/architektur/architektenportraets/artikel/sou-fujimoto-revolutioniert-die-architektur